maediale 2011 – Festival für Mädchen 
Drei Tage im Sommer. Drei Tage in Bewegung. Drei Tage lang Sport, Spaß und Spiel – jetzt online anmelden!
Die maediale 2011 ist ein bundesweites Festival für Mädchen mit Schwerpunkt Kultur und Sport. Sie startet kurz vor der Frauenfußball WM am 23. Juni 2011 in Frankfurt am Main. Der Countdown läuft und es sind noch Plätze frei! Mädchen und junge Frauen von 11 bis 25 Jahre können sich jetzt online anmelden!
Über 100 Angebote gibt es vom 23. bis 26 Juni zu entdecken: Theater und Tanz, Musik und Film, Rap und Sprint, Fitness und Fußball. Neue Sportarten ausprobieren und den Lieblingssport entdecken. Mit Freundinnen gemeinsam Sport treiben und Spaß haben. Im Team und in der Gruppe. Frankfurt erkunden. Kontakte knüpfen. Sich bewegen und sich gut fühlen. Gemeinsam mit Mädchen und jungen Frauen aus ganz Deutschland.
Anmeldung hier: www.maediale2011.de
Werden Sie Fan der maediale 2011 auf www.facebook.com/maediale2011. Hier finden Sie aktuelle News, spannende Highlights und aufregende Hintergrundinformationen zur maediale2011!
Equal Pay Day
Über den Equal Pay Day mit seinen Ursachen für geschlechtsspezifische Entgeltunterschiede informierten die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Neuss, Dormagen, Grevenbroich, Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch, der Gemeinde Rommerskirchen und des Rhein-Kreises Neuss am Freitag, 25. März 2011, um 11 Uhr auf dem Markt in Neuss vor dem Rathaus.
Der Aktionstag Equal Pay Day findet jährlich statt und markiert jenen Zeitraum, den Frauen im Durchschnitt in Deutschland über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu kommen. Der Equal Pay Day will einen Anstoß geben, die konkreten Ursachen für Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen an der Wurzel anzugehen und Impulsgeber für eine nachhaltige Veränderung der Lohn- und Gehaltslandschaft sein.
Frauen verdienen in Deutschland weniger als ihre männlichen Kollegen. Das Tragen einer roten Tasche hat sich als Symbol des Protests gegen Entgeltungleichheit entwickelt. Rote Taschen stehen für rote Zahlen und dafür, dass Frauen weniger in der Tasche haben als Männer.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.equalpayday.de

Fachtagung Wiedereinstieg: Handbuch für Berater als Lotsenwerk geplant
Zurück in den Beruf - aber wie? Hilfestellung gibt Frauen im Rhein-Kreis Neuss dabei die Allianz Wiedereinstieg.
Die Allianz veröffentlicht demnächst das Handbuch "Lotsenwerk Wiedereinstieg", das Fachkräften für den beruflichen Wiedereinstieg an die Hand gegeben wird.
Rund 50 Frauen und Männer, die die berufliche Integration von Wiedereinsteigern fördern, erarbeiteten jetzt die Grundlagen für das Lotsenwerk auf einer eintägigen Fachtagung im Kreishaus Neuss.
Bereits im vergangenen Jahr konnte die Allianz Wiedereinstieg vielen Frauen mit einem Infotag und der Herausgabe des "Kompass Wiedereinstieg" Hilfestellung bei der Rückkehr in den Beruf geben.
Das in diesem Jahr geplante Lotsenwerk-Handbuch soll alle Angebotsträger für Berufsrückkehrerinnen bei ihrer Arbeit unterstützen.
Die Allianz Wiedereinstieg im Rhein-Kreis Neuss ist Teil der Landesinitiative Netzwerk Wiedereinstieg. Zu ihr gehören auch die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Rhein-Kreis Neuss, die Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, die Volkshochschule Neuss, die Wirtschaftsförderung und das Familienbüro Rhein-Kreis Neuss, der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft Neuss und weitere Bildungs- und Beschäftigungsträger.

(Auszug Rhein-Kreis Neuss 8.11.2010)
Allianz Wiedereinstieg Rhein-Kreis Neuss
Die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen im Rhein-Kreis Neuss engagieren sich gemeinsam mit dem Technologiezentrum Glehn des Rhein-Kreises Neuss (TZG), der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, der ARGE Rhein-Kreis Neuss, dem Bundesverband Mittelständische Wirtschaft Rhein-Kreis Neuss und einzelnen Arbeitgeberverbänden und Arbeitgebervertretern für Berufsrückkehrerinnen und Wiedereinsteigerinnen.
Ergänzend zum Kompass Wiedereinstieg, den die Allianz 2009 entwickelt und an einem Infotag im November vorgestellt hat, will sie in 2010 ein Lotsenwerk erarbeiten, das die Beratungskompetenz der einzelnen Netzwerkbeteiligten erhöht und einen zentralen Ansprechpartner, für den in Zeiten knapper Mittel keine Finanzierungsmöglichkeit besteht, ersetzt.
Ziel des Projekts ist es, die Chancen der Berufrückkehrerinnen auf Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen durch
- Erhöhung der Beratungskompetenz der Ansprechpartnerinnen und -partner bei den wichtigsten Anlaufstellen
- Aufbau eines Beratungsnetzwerks im Rhein-Kreis Neuss, Erweiterung des bestehenden Netzwerks Allianz Wiedereinstieg Rhein-Kreis Neuss um weitere wichtige Ansprechpartnerinnen und -partner
- Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit der Website www.kompass-wiedereinstieg.de
Folgende Aktivitäten sind konkret geplant:
- Erstellung eines Kurzfilms zur Darstellung der Ist-Situation (Orientierungsprobleme von Wiedereinsteigerinnen bei einer Vielzahl von Angeboten und Möglichkeiten; der Film soll zum Transfer geeignet sein)
- Auswahl weiterer wichtiger Anlaufstellen im Rhein-Kreis Neuss und Einbindung in das neue Beratungsnetzwerk
- Durchführung eines Workshops mit allen Mitgliedern des neuen Beratungsnetzwerks mit systematischer Dokumentation
- Erstellung eines „Lotsenwerks“ für die Beratung und Anlaufstellen im Rhein-Kreis Neuss mit Übersichten, einer Aufstellung der häufigsten Fragen und Antworten, Links zu Informationsplattformen, Checklisten, Laufzetteln etc.
- nutzerfreundliche Einrichtung der Internetseite www.kompass-wiedereinstieg.de
20. Bundeskonferenz kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen
Zur 20. Bundeskonferenz kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen, trafen sich Anfang Mai mehr als 330 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus dem gesamten Bundesgebiet Deutschland in der Historischen Stadthalle der Stadt Wuppertal.

Unter dem Motto „Geschlechterkultur im Wandel“ widmeten sie sich auf ihrer Tagung, die regelmäßig im Abstand von 18 Monaten stattfindet, in zahlreichen Foren und Vorträgen den verschiedenen Aspekten und aktuellen Diskussionen in der Gleichstellungspolitik. Die Entwicklungen in neuen Formen des familiären Zusammenlebens, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Erwerbsarbeit und auf dem Arbeitsmarkt sowie die Veränderungen im Bildungssystem wurden dabei ebenso beleuchtet wie die fehlende Präsenz von Frauen in Leitungspositionen und Entscheidungsgremien.
Zahlreiche Fachfrauen aus Gesellschaft, Wissenschaft, Politik und Medien sowie Vertreterinnen der Ministerien sorgten für neue Impulse in der Gleichstellungsarbeit vor Ort.
Als wichtiger Bestandteil in der Arbeit und Vernetzung kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen untereinander und zu den politischen Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene wurden Beschlüsse auf der Grundlage von Anträgen der Gleichstellungs-beauftragten, der Landesarbeitsgemeinschaften oder der Bundessprecherinnen gefasst.

Auch die Gleichstellungsbeauftragten aus dem Rhein-Kreis Neuss beteiligten sich an dieser Konferenz und sorgten so dafür, dass die Lebenswelten und der Alltag der Frauen aus ihrem kommunalen Umfeld mit in die Diskussionen einfließen konnten.
Equal Pay Day 2010
Die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen im Rhein-Kreis Neuss riefen zum Equal Pay Day am 26.03.2010 dazu auf, an diesem Tag mit einer roten Tasche zur Arbeit zu gehen.
„Der Equal Pay Day will einen Anstoß geben, die konkreten Ursachen für Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen an der Wurzel anzugehen und Impulsgeber für eine nachhaltige Veränderung der Lohn- und Gehaltslandschaft sein“. Frauen verdienen in Deutschland weniger als ihre männlichen Kollegen. Der Aktionstag – 26. März 2010 – markierte den Entgeltunterschied zwischen den Geschlechtern als den Tag, bis zu dem Frauen arbeiten müssen, um das verdient zu haben, was ihre männlichen Kollegen bereits am 31.12.2009 auf dem Konto hatten. Das Tragen einer roten Tasche hat sich als Symbol des Protests gegen Entgeltungleichheit entwickelt. Rote Taschen stehen für rote Zahlen und dafür, dass Frauen weniger in der Tasche haben als Männer. „Gehen Sie deshalb am 26. März 2010 mit einer roten Tasche zur Arbeit!“, so der einhellige Appell der Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen Neuss, Dormagen, Grevenbroich, Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch, Jüchen, Rommerskirchen und Rhein-Kreis Neuss.
Die Gleichstellungsbeauftragten haben sich zum Erfahrungsaustausch und zur effektiven Durchsetzung gemeinsamer Ziele zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Bei den regelmäßigen Arbeitstreffen werden gleichstellungsrelevante Themen diskutiert, gemeinsame Projekte organisiert und Informationsmaterialien erarbeitet.
Nähere Informationen unter www.equalpayday.de.

Die Gleichstellungsbeauftragten des Rhein-Kreises Neuss (Herta Peters, Stadt Kaarst, Ute Hardenbicker, Stadt Grevenbroich, Kerstin Belitz, Stadt Dormagen, Christel Thissen, Stadt Neuss, Gisela Valva, Gemeinde Jüchen, Angelika Brieske, Stadt Korschenbroich, Brigitte Schmitz, Stadt Meerbusch, Ulrike Kreuels, Rhein-Kreis Neuss; es fehlt: Nicole Musiol, Gemeinde Rommerskirchen) bei einem Arbeitstreffen mit roten Taschen
Internationaler Frauentag 2010 „Hauptsache: Frauensache!?“
Zu ihrer regelmäßigen Arbeitssitzung trafen sich die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und Gemeinden im Rhein-Kreis Neuss turnusgemäß in Dormagen. Ein Thema der Tagesordnung war der Internationale Frauentag, der dieses Jahr wieder kreisweit unter dem gemeinsamen Motto "Hauptsache - Frauensache !? " stand. Von Vorträgen, Lesungen, Workshops über Ausstellungen, Theater, Exkursionen, Satire und Kleinkunst bis zu einer Infobörse reichte das breite Spektrum an Veranstaltungen rund um den 8.3.2010 in den einzelnen Kommunen.

Infotag im Kreishaus Neuss fand große Resonanz
Hilfestellung für den beruflichen Wiedereinstieg
Zurück in den Beruf – aber wie? Ganz im Zeichen des beruflichen Neuanfangs stand am 13. November eine Veranstaltung der "Allianz Wiedereinstieg Rhein-Kreis Neuss" - und das mit großer Resonanz. Den "Infotag Wiedereinstieg", zu dem Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Rainer Philippsen vom NRW-Landesministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration im Kreishaus Neuss begrüßten, besuchten über 500 Frauen. Mit etwa 8 Prozent der Besucherzahl insgesamt waren auch Männer vertreten.
"Aktuell steht die am besten ausgebildete Frauen-Generation aktiv im Berufsleben. Nach wie vor unterbrechen aber immer noch überwiegend Frauen ihre Erwerbstätigkeit, um sich einige Zeit ganz ihren Kindern oder der Pflege von Angehörigen zu widmen", sagte Petrauschke. Und mehr als zwei Drittel dieser Frauen möchte so bald wie möglich wieder beruflich einsteigen. "Für ein gelungenes Comeback entscheidend", so Petrauschke, "ist die gründliche und rechtzeitige Vorbereitung. Dabei möchten wir mit dem Infotag Wiedereinstieg Hilfestellung geben."
So war beim Infotag nicht nur der erstmals aufgelegte "Kompass Wiedereinstieg" erhältlich, der eine komplette Übersicht aller Angebote und Anlaufstellen im Rhein-Kreis Neuss für Berufsrückkehrende bietet. Zahlreiche Weiterbildungsträger und Institutionen boten an 20 Info-Ständen einen Überblick über Möglichkeiten der beruflichen (Neu-) Orientierung und des Wiedereinstiegs nach der Familienphase, der Fort- und Weiterbildung oder auch der Kinderbetreuung. Verschiedene Workshops und Vorträge gaben konkrete Tipps für die ersten Schritte zurück in den Beruf – vom Bewerbungstraining über Versicherungsfragen bis zur Existenzgründung.
Wie Landrat Petrauschke herausstellte, ist für den Rhein-Kreis Neuss der berufliche Wiedereinstieg schon sehr lange ein Thema. So habe das Technologiezentrum Glehn des Rhein-Kreises Neuss (TZG) in den letzten 20 Jahren über 1.000 Berufsrückkehrerinnen weiterqualifiziert. Die aktuelle Erfolgsquote bei der Vermittlung in den Arbeitsmarkt liege über 60 Pro-zent.
In der "Allianz Wiedereinstieg Rhein-Kreis Neuss" arbeiten u.a. zusammen: die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen im Rhein-Kreis Neuss, das TZG, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, die ARGE Rhein-Kreis Neuss, der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft Rhein-Kreis Neuss und einzelne Arbeitgeberverbände und Arbeitgebervertreter.

Stand der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen im Rhein-Kreis Neuss anlässlich des Infotages Wiedereinstieg am 13. November im Kreishaus Neuss.
Gleichberechtigung und Grundgesetz – Ein Satz für Frauen
Was Elisabeth Selbert selbstverständlich war, schien den 64 weiteren Mitgliedern des Parlamentarischen Rates kaum vorstellbar. Dabei verlangte die Juristin, die zu den vier Frauen zählte, die im Herbst 1948 an der Ausarbeitung einer Verfassung für die spätere Bundesrepublik Deutschland mitwirkten, nicht mehr als das Bekenntnis der jungen Demokratie zur Gleichberechtigung: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ lautete ihr Formulierungsvorschlag. Nach heftigen Auseinandersetzungen wurde dieser Satz so ins Grundgesetz aufgenommen - wodurch sich das Leben der kommenden Frauengenerationen entscheidend veränderte.
Wäre die streng blickende Rechtsanwältin aus Kassel nicht gewesen, hätten die Mitglieder des Parlamentarischen Rates, die ab September 1948 in Bonn mit Hochdruck an einer demokratischen Verfassung für die spätere Bundesrepublik Deutschland arbeiteten, die Sache mit der Gleichberechtigung wahrscheinlich erst einmal auf die lange Bank geschoben. Im nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus auch rechtlich zerrütteten Deutschland, gab es nach Ansicht der überwältigenden Mehrheit der Ratsmitglieder so viele für einen demokratischen Neubeginn in Deutschland unverzichtbare Dinge, dass der Vorschlag, den die Kasseler Rechtsanwältin als Vorlage der SPD-Fraktion im Grundsatzausschuss unterbreitete, glatt durchfiel. Der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, den die promovierte Juristin Selbert dem Katalog der Grundrechte der neuen Verfassung zufügen wollte - für sie eine Selbstverständlichkeit - fand zunächst nicht einmal die Unterstützung der drei anderen weiblichen Ratsmitglieder. Auch sie befürchteten Chaos, wenn das Grundgesetz die rechtliche Gleichstellung der Frauen festschrieb, das Familienrecht aber zugleich ein völlig anderes Rollenbild vertrat.
Die Ausschussmitglieder einigten sich schließlich auf die Formulierung „Männer und Frauen haben die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten“. Das bedeutete, dass Frauen - wie schon in der Weimarer Republik - das Wahlrecht bekommen sollten, und mehr nicht. Das heiße Eisen einer echten Gleichberechtigung von Mann und Frau im bürgerlichen Recht mochte niemand anpacken.
Elisabeth Selbert, die schon innerhalb ihrer Partei hartnäckig für ihre Formulierung hatte kämpfen müssen, schaffte es, ihre Vorlage in den Hauptausschuss des Parlamentarischen Rats zu bringen. Anfang Dezember 1948, anlässlich der ersten Lesung warb sie noch einmal für ihren Vorschlag und warnte zugleich in gestochenem Anwaltsdeutsch: „Sollte der Artikel in dieser Fassung heute wieder abgelehnt werden, so darf ich Ihnen sagen, dass in der gesamten Öffentlichkeit die maßgebenden Frauen wahrscheinlich dazu Stellung nehmen werden, und zwar derart, dass unter Umständen die Annahme der Verfassung gefährdet ist.“
Es nutzte nichts: der Gleichberechtigungssatz fiel auch im Hauptausschuss durch. Selbert war schockiert und machte sich sofort daran, ihre Ratskolleginnen, die SPD-Frauen Friederike Nadig und Helene Wessel sowie Helene Weber (CDU), von der Wichtigkeit ihres Vorhabens zu überzeugen und - wie angekündigt - die Öffentlichkeit zu mobilisieren.
Da sie durch ihre politische Arbeit und die Tätigkeit als Anwältin für Familienrecht über gute Verbindungen verfügte, wurde Selberts Appell an die Frauen, sich für den Gleichberechtigungs-Artikel im Grundgesetz einzusetzen, ein voller Erfolg: „Es war geradezu begeisternd und erschütternd, wie die Proteste aus dem ganzen Bundesgebiet, und zwar Einzelproteste und Verbandsproteste in großen Bergen, in die Beratungen des Parlamentarischen Rates hineingeschüttet wurden. Körbeweise! Und ich wusste, in diesem Augenblick hätte kein Abgeordneter mehr gewagt, gegen diese Fülle von Protesten anzugehen und bei seinem Nein zu bleiben“, erinnerte sie sich sie später.
Dass der Gleichberechtigungssatzes in Selberts Wortlaut bei seiner zweiten Lesung im Haupausschuss am 18. Januar 1949 ohne Gegenstimmen verabschiedet und als Artikel 3, Absatz 2 ins Grundgesetz aufgenommen wurde - Selbert wird diese Abstimmung später „ihre Sternstunde“ nennen - ist aber auch dem Kompromiss zu verdanken, den sie selbst ausgearbeitet hatte. Um das von vielen Ratsmitgliedern befürchtete Rechtschaos zu umgehen, hatte Selbert vorgeschlagen, dass alle Bestimmungen des bürgerlichen Rechts, die nicht im Einklang mit dem Gleichberechtigungs-Grundsatz im Grundgesetz waren, trotzdem noch solange in Kraft bleiben sollten, bis der Bundestag zum Stichtag 1. April 1953 auch ein neues Familienrecht geschaffen haben. Tatsächlich wurde es 1957, bis die Reform des Bürgerlichen Gesetzbuches in Gang kam: Am 1. Juli 1958 trat das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Kraft, das endgültig die Grundlagen für eine neue Lebensrealität der Frauen schuf.
Dass Artikel 3, Absatz 2, Grundgesetz 1994 im Zuge der Verfassungs-reform durch die Formulierung erweitert wurde „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“, hat die Kämpferin für den Gleichberechtigungssatz nicht mehr erlebt: Elisabeth Selbert, die bis zum Alter von 85 Jahren in ihrer auf Familienrecht spezialisierte Anwaltskanzlei tätig gewesen war, starb im Juni 1986. Sie wurde fast 90 Jahre alt.

Die Rechtsanwältin Elisabeth Selbert (stehend) erkämpfte 1949 die Aufnahme eines modernen Gleichberechtigungsartikels ins Grundgesetz. Die drei anderen Frauen des Parlamentarischen Rates: (von links) Friederike Nadig, Helene Weber und Helene Wessel reagierten zunächst skeptisch auf ihre Initiative.
Zur Geschichte des Frauenwahlrechts
Die französische Schriftstellerin Olympe de Gouges hat zu Zeiten der französischen Revolution 1791 zum ersten Mal öffentlich ein Wahlrecht für Frauen verlangt. Es dauerte noch über ein Jahrhundert, bis das Wahlrecht für Frauen durchgesetzt wurde.
In Deutschland war es Frauen bis 1908 verboten, an politischen Veranstaltungen teilzunehmen. Auch durften sie nicht politischen Vereinen beitreten.
Erste Fortschritte
Am 15. Mai 1908 wurde das Preußische Vereinsrecht aufgehoben. Damit fiel auch das Verbot der Mitgliedschaft für Frauen in politischen Parteien und in Organisationen, die politische Themen beraten.
1914 gab es in Deutschland drei Frauenstimmrechtsvereine: "Deutscher Verband für das Frauenstimmrecht", "Deutsche Vereinigung für Frauenstimmrecht" sowie "Deutscher Bund für Frauenstimmrecht". Sie unterschieden sich vor allem in ihrer politischen Ausrichtung. Unter dem Eindruck des Krieges schlossen sie sich jedoch 1917 zum "Deutschen Verband für Frauenstimmrecht" zusammen.
Ziel erreicht
Der Rat der Volksbeauftragten stellte am 12. November 1918 in einem Aufruf "An das deutsche Volk" sein Regierungsprogramm vor. Ein wichtiger Teil davon war die Proklamation des Frauenwahlrechtes. Dies gilt allgemein als die Stunde des Frauenwahlrechts in Deutschland. Wahlberechtigt wurden alle Frauen und Männer ab 20 Jahren.
Die Wahl zur verfassungsgebenden Weimarer Nationalversammlung vom 19. Januar 1919 war damit die erste, an der Frauen aktiv und passiv teilnehmen konnten. Die Wahlbeteiligung war mit fast 90 Prozent - insbesondere bei Frauen - so hoch wie später nie wieder. Bei den Frauen war sie um 1,7 Prozent höher als bei den Männern.

1919 erkämpften sich Frauen das Wahlrecht
Von den 421 Abgeordneten waren 41 Frauen (9,6 Prozent der Mitglieder der Nationalversammlung). Am 19.2.1919 hielt die erste Frau, Marie Juchacz, eine Rede in einem deutschen Parlament.
Frauenwahlrecht im internationalen Vergleich
Im internationalen Vergleich bekamen deutsche Frauen relativ früh das Wahlrecht. Zwar war dies in Finnland bereits schon 1906 der Fall, in Norwegen 1913, und in Dänemark 1915. Die USA erreichten dieses Ziel jedoch erst 1920, Großbritannien und Irland 1928, die Türkei 1930, Frankreich, Italien und Belgien 1945 und die Schweiz erst 1971, der Kanton Appenzell-Innerrhoden erst 1990.
Noch heute gibt es einige Länder ohne Frauenwahlrecht. Nicht in allen davon ist Frauendiskriminierung die Ursache. Teilweise wird das Wahlrecht auch Männern nicht gewährt.
90 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland

Festakt im Bundeskanzleramt
Bundesweite Fahnenaktion der Organisation „Terre de femmes“
am 25. November, dem Internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“
Für viele Frauen ist Gewalt in der Partnerschaft alltäglich.
Sowohl in Deutschland als auch auf der ganzen Welt birgt das eigene Heim das höchste Gewaltrisiko für Frauen.
Einkommen, Bildung oder Alter sind dabei völlig bedeutungslos. „Häusliche Gewalt“ ist die häufigste Ursache für Verletzungen bei Frauen: häufiger als Verkehrsunfälle, Überfälle und Vergewaltigungen zusammen genommen. In Deutschland ist oder war schon jede vierte Frau Opfer von „Häuslicher Gewalt“ die sehr unterschiedlich aussehen kann.
Neben körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt spielt auch die finanzielle/ökonomische sowie die soziale Gewalt, wie z.B. Behinderung von Treffen mit FreundInnen, Kontrollanrufe oder Überprüfung der Telefongespräche, eine immer größer werdende Rolle.
Häufig wird versucht „Häusliche Gewalt“ sozialschwachen und/oder Familien mit Migrationshintergrund zuzuordnen. Dieses gern bemühte Bild ist jedoch falsch. Frauen aus allen sozialen Schichten werden Opfer von Gewalt durch ihren Lebenspartner. Festzustellen ist, dass die Scham in besser gestellten Familien noch größer ist und gleichzeitig bessere Instrumente zur Vertuschung zur Verfügung stehen. So wird die Frau eines Universitätsprofessors eher drei Wochen „Kururlaub“ machen, als sich im Frauenhaus zu melden.
Männergewalt gegen Frauen und Mädchen kostet die Solidargemeinschaft jährlich 14,8 Milliarden Euro, Kosten für Justiz, Polizei, ärztliche Behandlung und Arbeitsausfälle. In 95 Prozent der Fälle Häuslicher Gewalt sind Frauen Opfer und Männer die Täter.
Wir alle können mit ein wenig Aufmerksamkeit mit dazu beitragen, eine Allianz zu schaffen, um Betroffenen zu helfen. „Er war im Stress, ihm ist die Hand ausgerutscht“ oder „Sie hat ihn wahrscheinlich provoziert sind Verharmlosungen die oft aus Scham geäußert werden und uns zum Handeln auffordern müssen. Die Frau zu schlagen, mit Gewalt zum Sex zu zwingen oder sie von Erwerbsarbeit fern zu halten ist mit nichts zu entschuldigen und wird, darüber müssen sich die Täter im Klaren sein, von der Gesellschaft öffentlich geächtet.
Am 25. November, dem Internationalen Tag „NEIN Zu Gewalt an Frauen“ haben wir mit einer Fahnenaktion bundesweit darauf aufmerksam gemacht, dass Gewalt gegen Frauen uns Alle angeht und niemand wegschauen darf.
Text: Gisela Valva, Jüchen
Gleichstellungspolitik Soll & Haben – in Frankfurt wurde Bilanz gezogen
Ursula von der Leyen bei der 19. Bundeskonferenz der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen
Rund 450 Vertreterinnen der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen aus ganz Deutschland trafen sich auf dem Frankfurter Uni-Campus Westend zu ihrer 19.
Bundeskonferenz. Darunter auch die Gleichstellungsbeauftragten aus Dormagen, Grevenbroich, Jüchen, Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch, Neuss, Rommerskirchen und dem Rhein-Kreis Neuss.
In der Banken-und Finanzmetropole Frankfurt zogen sie Bilanz aus fünfzig Jahren Gleichberechtigungsgesetz und Frauenbewegung. Mit Expertinnen aus Bildung, Wissenschaft und Forschung diskutierten die Teilnehmerinnen am 18. und 19. August unterschiedliche Aspekte der Situation von Frauen in unserer Gesellschaft.
Es ging bei der Konferenz um Themen wie eigenständige Existenzsicherung, Equal Pay und Frauen in Führungspositionen – Bereiche, in denen die Bundesrepublik im europäischen Vergleich nach wie vor die letzten Plätze belegt.
Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Kreises Neuss besuchten Technologiezentrum Glehn
Frauen den beruflichen Wiedereinstieg ermöglichen
Die Gleichstellungsbeauftragten des Rhein-Kreises Neuss besuchten jetzt das Technologiezentrum, Bildungsträger und Tochtergesellschaft des Rhein-Kreises Neuss, in Korschenbroich-Glehn. Sie folgten damit einer Einladung des Geschäftsführers des Technologiezentrums Norbert Kothen, um sich vor Ort über die Angebote zur beruflichen Qualifizierung zu informieren.
Neue Seminare speziell für Berufsrückkehrerinnen!
Im Herbst dieses Jahres werden beim Technologiezentrum im Glehn neue Kurse für Berufsrückkehrerinnen angeboten.
Am 15.10.2008 beginnt der neue Kurs „Büroassistentin“ und am 20.10.2008 der bereits bekannte Kurs „Projekt- und Teamassistentin“.
Die Dauer für beide Qualifizierungsmaßnahmen beträgt 8 Monate und werden von der Agentur für Arbeit gefördert.
Um die unterschiedlichen Schwerpunkte der beiden Seminare zu verdeutlichen, werden in den nächsten Wochen die aktuellen Flyer kreisweit in den Rathäusern zur Information ausliegen.
Auskünfte hierüber geben Ihnen aber auch vorab schon gerne die Gleichstellungsbeauftragten der jeweiligen Kommune.
Initiative für Frauenstraßennamen zeigt erste Erfolge
Bessere Chancen für historische Frauenpersönlichkeiten bei der Benennung von neuen Straßen in den Städten und Gemeinden des Rhein Kreises Neuss - das ist das Ziel einer Initiative der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragen im Rhein-Kreis Neuss, die mit einem Presseaufruf im Jahr 2003 startete. Viele Bürgerinnen und Bürger aus Dormagen, Grevenbroich, Kaarst, Korschenbroich, Jüchen, Meerbusch, Neuss und Rommerskirchen beteiligten sich damals mit Vorschlägen von Frauen, die es wegen ihrer gesellschaftlichen Leistungen in Kunst, Kultur, Politik und Naturwissenschaften verdient hätten, durch eine Straßenbenennung ausgezeichnet zu werden. Ergänzt mit Namensvorschlägen von engagierten Bürgerinnen, die das Leben im jeweiligen Ort entscheidend geprägt haben, wurde ein übersichtlicher Vorschlagskatalog zusammengestellt und als Broschüre unter dem Titel „FrauenStraßenNamen“ auch an die politischen Gremien weitergeleitet, die über Straßenbezeichnungen entscheiden. „Viele unserer Ahninnen mussten sich in einer Welt, in der die Männer die Richtung bestimmten, die Rechte, die wir heute für selbstverständlich halten, erst erkämpfen. Für ihr Vorbild, ihre Tatkraft, Mut und Kreativität gebührt ihnen Anerkennung“, so die Gleichstellungsbeauftragten.
Mit diesen Frauen wächst die Wirtschaft!
Um den Unternehmerinnenbrief NRW kann sich jede Gründerin und Unternehmerin bewerben
Fachlicher Rat, unternehmerische Erfahrung und ein Angebot der kurzen Wege für Gründerinnen und Unternehmerinnen – das ist der Unternehmerinnenbrief NRW. Landesweit können sich Frauen mit guten Geschäftsideen oder Wachstumsvorhaben um die Auszeichnung bewerben. Sie präsentieren ihr Konzept einem Team aus Vertreterinnen und Vertretern von Kammern, Banken, Beratungsinstitutionen sowie Unternehmen und zwar in mehr als zehn Regionen in NRW. Neben fachlicher Expertise bietet die Auszeichnung neue Zugänge zu Netzwerken, Kontakte und wertvolle Hinweise zu Marktchancen.
Verliehen wir der Unternehmerinnenbrief vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW. Er soll selbstständigen Frauen auch über die Gründung hinaus bei der Entwicklung ihrer Unternehmen unterstützen. So garantiert eine Patenschaft eine nachhaltige Begleitung: Erfahrene Unternehmer und Unternehmerinnen geben ihr
Wissen weiter und stehen ein Jahr lang beratend zur Seite.
Informationen zum Unternehmerinnenbrief, die Porträts aller ausgezeichneten Frauen sowie der Patinnen und Paten:
www.unternehmerinnenbrief.de
Frauenpolitische Bewertung des Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst in 2008
Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst enthält positive und negative
Komponenten für Frauen:
Große Pläne im Kopf - Arbeit in kleinen Schritten
Netzwerkerinnen auf dem Gebiet der Gleichstellung –
20 Jahre Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten
Im Februar 2007 blickt die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Rhein-Kreis Neuss auf ein 20jähriges Jubiläum.

v.l.n.r.: Ute Hardenbicker, Elke Stirken, Angelika Brieske, Christel Thissen,
Brigitte Pfeiffer, Ingeborg Heinze, Nicole Musiol, Herta Peters. Es fehlt Gisela Valva.
Bundeskonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen
18. Bundeskonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen in Köln geht zu Ende
Zwei Tage lang diskutierten 400 Frauenbeauftragte, Expertinnen und Gäste über die Zukunft der Gleichstellungspolitik in den Kommunen und auf Bundesebene.
Mit dabei waren die Gleichstellungsbeauftragten aus Neuss, Rhein-Kreis Neuss, Dormagen, Grevenbroich, Jüchen, Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch und Rommerskirchen. Eröffnet wurde die Konferenz mit Grußworten von Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW und Eva-Maria Welskopp-Deffaa, Leiterin der Abteilung Gleichstellung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, einem Vortrag von Prof. Dr. Barbara Holland-Cunz, Justus-Liebig-Universität Gießen, zur Gleichstellungspolitik im 21. Jahrhundert und einem Impulsvortrag von Alice Schwarzer, EMMA Verlegerin und Buchautorin.
Die Konferenz befasste sich schwerpunktmäßig mit Themen aus dem Bereich der Arbeitsmarktpolitik, der Gesundheitspolitik und der Gleichstellungspolitik in Deutschland.
Das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) wird als großer Fortschritt bewertet.
„Wir brauchen in Deutschland eine Antidiskriminierungskultur”, so Bundessprecherin Gabriele Wenner, „das AGG bietet gute Chancen dafür”. Gleichzeitig beklagen die Frauenbeauftragten Rückschritte: Einige Bundesländer haben ihre Gesetzgebung verändert, so dass kleine Kommunen keine Frauenbeauftragte mehr beschäftigen müssen und diese abbestellen. Doch gerade im ländlichen Raum sind die kommunalen Gleichstellungsbüros vielfach die einzig gut etablierte und funktionierende Struktur für Frauen. „Deutschland braucht mehr Frauenbeauftragte! Jetzt!” lautet folgerichtig die abschließende Forderung der Bundessprecherinnen in ihrer Rede.
Von der Bundesregierung fordern die Frauenbeauftragten eine geschlechtergerechte Gesundheitspolitik. „Dies wurde bei der Gesundheitsreform bisher vollständig ausgeblendet”, erklärt Sprecherin Elisabeth Wilfart.
Allein zum Themenkomplex der Arbeitsmarktpolitik wurden 6 verschiedene Beschlüsse gefasst. Diese beinhalten z.B. die konkrete Forderung nach geschlechtsspezifischem Controlling beim Arbeitslosengeld II aber auch Zukunftsthemen wie Bürgereinkommen waren Gegenstand einer Resolution.
Häusliche Gewalt und Stalking beschäftigen die Frauenbeauftragten vor Ort intensiv. Sprecherin Antje Buck: „Es ist dringend erforderlich, ein beschleunigtes Verfahren bei Fällen häuslicher Gewalt anzuwenden. Opfer sind heute viel zu lange dem Druck eines Gerichtsverfahrens ausgesetzt.”
Zum Abschluss der Konferenz gingen die Teilnehmerinnen einheitlich mit Schirmen, die den Aufdruck „Frauen stromaufwärts“ trugen, in die Kölner Innenstadt und forderten in einer gemeinsamen Aktion zu einer „Frauenpolitik jetzt“ auf.
Die 19. Bundeskonferenz wird im Frühsommer 2008 in Frankfurt am Main stattfinden.
Es ist die Wirtschaft!
Wir brauchen einen neuen Feminismus, haben Frauen in der ZEIT gefordert. Was aber heißt das - und wer muss sich bewegen für mehr Gleichberechtigung?
Von Susanne Gaschke
Eines vorweg: Objektiv betrachtet, ging es den Frauen in Deutschland noch nie so gut wie heute. Nie – zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte – hatten sie bessere Bildungschancen, waren sie weniger geknechtet durch unumstößliche Rollenerwartungen. Natürlich ergreifen nicht alle ihre Chancen; nicht alle können sie ergreifen. Und von denen, die dazu in der Lage sind, treffen nicht alle die richtigen Lebensentscheidungen. Die neue Freiheit ist auch eine Last.
So mag es ein Gefühl von Überforderung sein, das die heftigen Reaktionen auf die eher schlichten Thesen der Ex -Tagesschau- Sprecherin Eva Herman erklärt: Immerhin 50 Prozent der Deutschen stimmen ihr darin zu, dass die Sorge für »Kinder, Familie und ein harmonisches Heim« die »wichtigste Aufgabe« von Frauen sei. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass Herman Recht hätte, wenn sie die »Doppelbelastung« mit Beruf und Kind als Ursache für fast alle Probleme moderner Mütter (und der Gesellschaft) ausmacht. Aber es deutet auf eine große Ermüdung, eine schleichende Auszehrung der Frauen hin, die unter einer Vielzahl von Rollenangeboten immer wieder eigenverantwortlich wählen müssen. Und die sich dabei alle Fehler, verpassten Gelegenheiten und gescheiterten Beziehungen selbst zuzurechnen haben – weil es nach allgemeiner Einschätzung zwar noch eiskalte Personalchefs, vorgestrige Berufsberater, beziehungsunfähige oder brutale Männer gibt, aber eben nicht mehr das Patriarchat. Keine Struktur, keine Verschwörung, die in entlastender Weise an allem schuld wäre.
Keinen eindeutigen Adressaten mithin für einen neuen Feminismus, wie ihn 15 prominente Frauen in der ZEIT vom 24. August (Nr. 35/06) angemahnt haben. Niemanden, an den eine neue Frauenbewegung, wenn es sie denn gäbe, ihre Forderungen richten könnte. Und welche Forderungen überhaupt?
Die Liste aus den Federn der ZEIT- Autorinnen reichte von einer Revision des weiblichen Schönheits- und Schlankheitsideals über mehr Intendantinnen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bis zu einer stärkeren Haushalts- und Familienbeteiligung der Männer und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Alles richtig. Alles wichtig. Alles auf unterschiedliche Weise schwierig durchzusetzen – aber keineswegs unmöglich.
Aufschlussreicher und irritierender als der facettenreiche Forderungskatalog selbst ist deshalb ein Grundgefühl, das sich durch viele der Feminismus-Texte zog: dass etwas auf dem Spiel steht. Dass die heute 40-Jährigen, die Frauen an der Schwelle zum Entscheiderinnen-Alter, sich zu lange ausgeruht haben auf den Erfolgen der Siebziger-Jahre-Aktivistinnen und dass im Schatten ihrer Trägheit reaktionäres Gedankenkraut gewuchert ist: schriller, aber unwidersprochener Sexismus auf Werbeflächen und Zeitschriftentiteln zum Beispiel. Die verbreitete Vorstellung, Dieter-Bohlen-Maus könne ein respektabler Beruf für Abiturientinnen sein. Die (un)heimlich sich ausbreitende Auffassung, für eine echte Karriere seien Frauen am Ende doch nicht hart genug.
Wie groß ist unser Anlass zur backlash- Angst wirklich? Haben wir tatsächlich heute mehr Grund, einen Emanzipationsrückschlag zu befürchten als vorletztes Jahr – oder nächsten Sommer? Das einflussreiche Buch der amerikanischen Journalistin Susan Faludi, Backlash (auf Deutsch: Die Männer schlagen zurück), erschien jedenfalls schon 1991, und spätestens seitdem ist es üblich, in gewissen Abständen eine frauenpolitische Konterrevolution zu erwarten. Verbesserungswürdige Zustände und reaktionäre Tendenzen gibt es ohne Zweifel noch genug. Und es ist sicher auch richtig, dass einmal errungene Fortschritte immer wieder verteidigt werden müssen. Nur: Wer soll das für uns machen? Der Gedanke, wir müssten vielleicht selbst etwas mehr für unsere Freiheit tun, lässt sich nicht mehr ganz mühelos zurückweisen: Das ist schwierig für eine Generation, in deren Bewusstsein sich die Wahrnehmung des Feminismus alter Prägung über die Jahre von einem freundlichen »nicht mehr nötig« hin zu einem entsetzten »peinlich und uncool« verschoben hat.
Übrigens ist das kein isolierter Vorgang. In einer Zeit, in der »die Politik« insgesamt nicht hoch im Kurs steht, da viele ihr nichts zutrauen, sie gar verachten und das Primat der Ökonomie in nahezu allen Lebensbereichen kritiklos bis freudig anerkennen, haben es Leute mit einer genuin politischen Botschaft (und nichts anderes ist eine selbstverständlichere Gleichberechtigung, sei es in Familien oder auf Vorstandsetagen) schwer. Die alte Frauenbewegung führte den Slogan »Das Private ist politisch« im Munde und wollte Bewusstsein dafür schaffen, dass Unterdrückung zu Hause nicht nur ein Privatproblem, sondern auch Ausdruck der strukturellen Gewalt in einer patriarchalischen Gesellschaft sei. Wir müssen den Spieß umdrehen: Wenn wir uns über neue Benachteiligungen im Arbeitsleben und ewige Defizite in der Partnerschaftsfähigkeit der Männer empören, können wir privat nicht so unpolitisch bleiben, wie wir es uns in den letzten 20 Jahren geleistet haben. Dann dürfen wir nicht so oft geringschätzig lachen, wenn bei Diskussionen oder Dinner-Partys das Wort Gleichberechtigung fällt. Dann müssen wir uns engagieren – gerade in den so gerne zynisch beäugten Parteien.
Gewiss gibt es auch Entschuldigungen für die 40-minus-Jährigen. Und sie erklären einen Teil unserer heutigen Schwierigkeiten. Als Kinder der großen Bildungsreform der sechziger und siebziger Jahre hatte man uns in der Schule nun wirklich alle Möglichkeiten zu Füßen gelegt. Mädchen durften, sollten, konnten alles. An den Hochschulen sah es nicht anders aus. Alle Zeichen standen auf Frauenförderung. Es gab also vergleichsweise wenig Evidenz für flächendeckende patriarchalische Unterdrückung – während die damalige Frauenbewegung und ihre Theorie, der Feminismus, schon bessere Tage gesehen hatten. Das Autonome Frauen- und Lesbenreferat an meiner Universität zum Beispiel war zufrieden, wenn an einer Hochschule mit 20000 Studierenden 14 Frauen zur Autonomen Frauenvollversammlung erschienen und dort irgendetwas beschlossen, was dann für das von allen gewählte Studentenparlament bindend sein sollte. Die FrauenLesben-Vertreterinnen predigten ein offensives politisches Lesbentum, weil Frauen sich angeblich nur so ganz von männlicher Unterdrückung befreien konnten. Das war im Alltag nur den wenigsten Studentinnen zu vermitteln.
Vielleicht sind dies extreme Erfahrungen. Mir jedenfalls schien der Feminismus der achtziger Jahre ein politisch-kulturell-ästhetisches Programm zum Weglaufen zu sein. Und offenbar ging es vielen so. Bedauerlicherweise hat der Hang zur Selbstmarginalisierung auch auf die feministische Wissenschaft abgefärbt. Mit welcher Energie, welcher Hingabe waren in den achtziger Jahren die ersten Frauenlehrstühle eingerichtet worden! Und was haben wir heute davon?
Es gibt in der Gesellschaft nur eine begrenzte Anzahl Quellen, aus denen sich Sinn und Richtung schöpfen lassen. Die Literatur und der Literaturbetrieb sollten dazugehören – und haben doch bei uns, anders als in England oder Amerika, den Frauen nur wenig anschlussfähige Stoffe und noch weniger Identifikationsfiguren zu bieten. Gefragt wären natürlich auch die Geistes- und Sozialwissenschaften. Aber wo ist das weibliche Äquivalent zu Dietrich Schwanitz, Paul Nolte, Franz Walter, Arnulf Baring, Christian Pfeiffer, das sich frech und fröhlich auch über Fachgrenzen hinweg zu allgemein- oder gar frauen politischen Themen äußert? Die feministischen Wissenschaftlerinnen blieben im Ghetto, deshalb kennt sie heute auch keiner, und niemand orientiert sich an ihnen.
Nun gibt es ja in Deutschland genug Institutionen, die eine Art Dauergespräch über die Lage der Nation in Gang halten und etwas gegen die Randständigkeit des Themas »Frauenbelange« tun könnten: Stiftungen, kirchliche Akademien, Volkshochschulen, Talkshows. Vielleicht würde es dem Diskurs zur Lage der Frauen einen ungeheuren Impuls geben, wenn die Herbert-Quandt-Stiftung in Bad Homburg einmal nicht über die Ängste der Mittelschichten diskutieren ließe – sondern über »väterfreundliche Betriebe und ihren volkswirtschaftlichen Beitrag«. Oder wenn die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft sich in ganzseitigen Anzeigen Gedanken über Frauen in Unternehmensvorständen machte. Andererseits: Ich selbst bin – das einzige weibliche – Mitglied in einem Beirat, der den Bundesverband der Deutschen Banken bei der Organisation seines jährlichen gesellschaftspolitischen Forums berät. Und ich mag mir die Gesichter der übrigen Herren gar nicht vorstellen, sollte ich vorschlagen, statt Fragen wie »Modell Deutschland – wie reformfähig ist die Bundesrepublik?« einmal Themen wie »Gleichberechtigung heute – was die deutsche Wirtschaft tun muss« zu diskutieren.
Dabei wäre das eine gute Idee. Die Wirtschaft ist die Sphäre mit den meisten unerledigten Frauenanliegen, und der ungleiche Lohn, der stellenweise noch immer für dieselbe Arbeit gezahlt wird, ist nur eines davon. Anders als in der Wissenschaft, mit stetig wachsenden Promotions- und Habilitationszahlen und einer Professorinnenquote von immerhin rund zwölf Prozent, anders als in der viel gescholtenen Politik, wo es gegenwärtig eine Bundeskanzlerin, fünf Bundesministerinnen und, dank der unterschiedlichen Quotenmodelle der Parteien, jede Menge Frauen in wichtigen, öffentlich sichtbaren Funktionen gibt, lässt sich im Reich der Wirtschaft wenig positive Dynamik für Frauen entdecken. In den Vorständen der 30 größten Dax-Unternehmen ist nach wie vor nur eine einzige vertreten, im höheren Management wird der Frauenanteil auf fünf, im mittleren mit gutem Willen auf elf Prozent geschätzt. Nun macht natürlich nicht jede Frau automatisch Politik für andere Frauen, für Familienfreundlichkeit oder eine menschlichere Arbeitswelt – aber mindestens als Vorbilder fehlen sie schmerzlich, die weiblichen Führungskräfte.
Das ist insofern ein besonderes Problem, als sich die Wirtschaft in den vergangenen 15 Jahren immer mehr zur Leitsphäre der Gesellschaft aufgeschwungen hat. Politik wird nur mehr danach beurteilt, ob sie »der Wirtschaft« nützt oder schadet; der Einzelne muss sich den Flexibilitätserwartungen der Arbeitgeber anpassen, muss länger im Laden stehen, am Wochenende arbeiten, Lohnverzicht üben – oder seinen Arbeitsplatz riskieren. Wenn in dieser neuen Leitsphäre Frauen nun im Verhältnis zu fast allen anderen Subsystemen der Gesellschaft so hartnäckig und deutlich unterrepräsentiert sind, kommt das einem Rückschritt der ganzen Gesellschaft gleich.
Von der Politik konnte man lernen, dass Selbstverpflichtungen an männlichen Rekrutierungsmustern nichts Wesentliches ändern. Erst die Quote, die meiner Generation so zuwider war, weil wir glaubten, alles selbst zu schaffen, hat politische Spitzenpositionen nicht nur in Ausnahmefällen für Frauen zugänglich gemacht. Dabei wirkte am stärksten der Zwang zur steten Kontrollüberlegung: Warum gibt es für diesen Posten keine Bewerberin? Und wo bekommen wir eine her?
Was nun die Wirtschaft angeht, so wäre es durchaus vorstellbar, das Betriebsverfassungsgesetz dahingehend zu ändern, dass wenigstens in mitbestimmungspflichtigen Unternehmen die Geschäftsleitung bei jeder Stellenbesetzung dem Betriebsrat berichten muss, warum sich keine geeignete Frau auftreiben ließ. Und auch für Unternehmensvorstände und Aufsichtsräte brauchen wir eine rechtsverbindliche Regel – überlassen wir die Angelegenheit der Einsicht männlich dominierter Spitzengremien, bleibt alles beim Alten: Juristen berufen Juristen, Politologen fördern Politologen – und Männer ziehen Männer nach. Nennen wir das Ganze doch statt der dirigistisch klingenden »Quoten« einfach »Liberalisierung des Marktzuganges«. Ein Beispiel dafür ist die »asymmetrische Regulierung«, wie man sie für den Monopolisten Telekom eingeführt hat. Die Telekom muss bestimmte Netzanteile für einen begrenzten Zeitraum an kleinere Anbieter abgeben, um Wettbewerb zu gewährleisten. Analog müsste der marktbeherrschende Unternehmensvorstand (männlich) für, sagen wir, zehn Jahre auf Vorstandspostenanteile verzichten – bis die Frauen ihre eigenen Rekrutierungsnetzwerke aufgebaut haben und Wettbewerb überhaupt erst beginnen kann.
Wir müssen die Expansion des Ökonomischen in alle Bereiche der Gesellschaft noch aus einem anderen Grund im Auge behalten. Die Politik tut zurzeit – in durchaus gutem Einvernehmen mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag und Wirtschaftsverbänden – eine Menge, um Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Die Liste der Maßnahmen reicht von der Erweiterung des Krippen- und Kita-Angebots über den Ausbau der Ganztagsschulen bis zum Elterngeld als (kurzfristig angelegte) Lohnersatzleistung.
Auch wenn der Trend zur berufstätigen Mutter unumkehrbar – und im Interesse einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen Mann und Frau auch alternativlos – ist, drohen doch erhebliche noch uneingepreiste soziale Kosten, wenn wir der Logik der Arbeitswelt alles andere unterordnen. Unser demografisches Problem etwa hat eine Menge damit zu tun, dass junge Leute – hier sind zunehmend auch Männer mit einem modernen Familienbild betroffen – den Erwartungsdruck aus der Wirtschaft und ihre Vorstellungen von einem guten Familienleben nicht mehr zusammenbringen. Sprich: Sie glauben, dass Kinder, trotz aller heftigen Tagesbetreuungs-Ausbau-Versprechen, auf dem Arbeitsmarkt ein zu großes Hemmnis bedeuten. Und bekommen erst gar keine. Familienpolitik muss sich hüten, in dieser Frage nur den Dienstleister für die Arbeitgeberseite zu spielen. Familien brauchen Zeit, »Freizeit«, sie sind nicht vollständig durchrationalisierbar. Betreuungsplätze sind nötig, aber ebenso wichtig ist eine Unternehmenskultur, die Privatheit überhaupt noch zulässt. Wenn sich gute Arbeitsergebnisse auch mit frühem Dienstschluss erzielen lassen, sollte das für, nicht gegen die Beschäftigten sprechen. Erreichen wir in dieser Frage keinen Mentalitätswechsel, muss eine neue Frauenbewegung womöglich in nicht allzu ferner Zukunft für das Recht der Frauen kämpfen, unter den Bedingungen der totalen Wirtschaftsgesellschaft überhaupt noch Kinder zu haben.
Um eine »asymmetrische Regulierung« für die Unternehmensvorstände durchzusetzen oder um der staatlichen Familienpolitik die richtige Richtung zu geben, muss man politisch sein. Dazu gehört fraglos sowohl die Lektüre des Politikteils der Zeitung – den immer noch deutlich weniger Frauen als Männer lesen – als auch die Arbeit in Parteien – denen immer noch weniger Frauen als Männer beitreten. Gern wird für die weibliche Zurückhaltung in dieser Frage die Entschuldigung vorgetragen, Frauen betätigten sich lieber informell, »in Projekten«. Pustekuchen! Kein Mensch verändert mit »Projekten« die harte gesetzliche Realität. Frauen sind viel gefährlicher, wenn sie in die Parteien gehen – sie brauchen, wir brauchen freilich Durchhaltevermögen. Alle Verbesserungen des Frauenlebens in den vergangenen hundert Jahren waren Folgen politischer Reformen und gesetzlicher Veränderungen: das Wahlrecht, der Hochschulzugang, das moderne Scheidungs- und Abtreibungsrecht, die Verbesserung der Kinderbetreuung, der Erziehungsurlaub, das neue Elterngeld.
Im Rahmen unserer Selbstverbesserung müssen wir also an unserem Durchhaltevermögen arbeiten, Bündnispartner suchen – und gegen unsere furchtbare Gefallsucht ankämpfen. Die frühere Chefredakteurin und Herausgeberin der ZEIT, Marion Gräfin Dönhoff – ihrerseits keine einfache Chefin für Frauen und ganz gewiss keine feministische – hat einmal gesagt, man müsse sich frei machen nicht von der Kritik, sondern vom Lob anderer Leute. Dieser Satz gilt ganz besonders für Frauen; nach ihm müssen wir die männerfixierte Software in unseren Gehirnen umprogrammieren. Immerzu wollen wir von Freunden, Kollegen und Vorgesetzten gut, nett, fleißig und natürlich schön gefunden werden. Doch Lob ist im Kampf um Gleichberechtigung nicht automatisch inbegriffen. Und eigentlich wäre es sogar eine Zumutung.
( DIE ZEIT , 14.09.2006 Nr. 38)
Weniger Studienanfängerinnen und immer weniger
Mütter in Führungspositionen
Die Zahl der Studienanfänger und –anfängerinnen war nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im Studienjahr 2005 mit rund 351.900 (-2 % zum Vorjahr) erneut rückläufig.
Unter den Erstsemestern waren 170.800 Frauen, was einem Frauenanteil von knapp 49 % entspricht. Die StudienanfängerInnenquote, d.h. der Anteil der Anfänger und Anfängerinnen an der gleichaltrigen deutschen Bevölkerung, liegt für das Studienjahr 2005 bei 36,7 % (Vorjahr 37,1 %). In den Jahren 1999 bis 2002 war die Quote bei den Frauen jeweils höher als bei den Männern. Mit 37,0 % fällt sie in 2005 bei den Männern wieder etwas höher aus als bei den Frauen (36,6 %).
Frauen sind in den deutschen Chefetagen „nach wie vor die Ausnahme“. Der Anteil der weiblichen Führungskräfte mit Kindern in der Privatwirtschaft ist rückläufig, wie eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB Nürnberg) für die Zeit von 2000 bis 2004 ergibt. „Während der Frauenanteil unter den abhängig beschäftigten
Führungskräften in den alten Ländern von 20 auf 24 % stieg, sank die Zahl der Mütter in Führungspositionen.“
Die Partnerinnen von Männern in Führungspositionen hätten meist ihre eigene Karriere zurückgestellt und leisteten Familienarbeit. Die Partner von Führungsfrauen seien dagegen „in der Regel vollzeiterwerbstätig."
(fpd 09.08.06)
Stadt Dormagen
Ingrid Fleckenstein
Stadt Grevenbroich
Andrea Heinrich & Rebecca Ende
Gemeinde Jüchen
N. N.
Stadt Kaarst
Herta Peters
Stadt Korschenbroich
Angelika Brieske
Stadt Meerbusch
Gabriele Parschau
Stadt Neuss
Christel Thissen
Gemeinde Rommerskirchen
Nicole Musiol
Rhein-Kreis Neuss
Ulrike Kreuels


